
Der Arbeitskreis Suchmaschinen-Marketing im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat eine Studie zum Einsatz von Suchmaschinen-Marketingmaßnahmen in Unternehmen veröffentlicht. Die wichtigste Erkenntnis dürfte für große Zufriedenheit bei den Anbietern sorgen: So fällt die Bilanz in Sachen Effizienz gegenüber anderen Marketingmaßnahmen durchweg positiv aus. In der Konsequenz werden die Investitionen für Suchmaschinen-Marketing und -Optimierung 2008 weiter steigen. Vor allem die gezielte Auslieferung von Anzeigen nach Nutzerhalten, geo- oder demographischen Merkmalen lässt die Zahlungsbereitschaft der Werbetreibenden demnach deutlich steigen.
Insgesamt weisen die Befragten eine sehr hohe Affinität zu den Themen Suchmaschinen-Marketing (SEM) und Suchmaschinen-Optimierung (SEO) auf, lediglich knapp 5 Prozent gaben an weder das eine noch das andere bisher in der Vermarktung bislang eingesetzt zu haben. Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer wenden bereits seit drei oder mehr Jahren beide Verfahren an. Mehr als 80 Prozent der Befragten nutzen zusätzlich E-Mail-Marketing, Einträge in Online Verzeichnisse oder die klassische Bannerwerbung als weitere Online-Werbeaktivitäten.
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Noch 2007 haben die meisten der befragten Unternehmen (31 Prozent)weniger als 10.000,- Euro in SEM-Maßnahmen investiert, doch schon 2008 wird sich das aller Voraussicht nach ändern. Die meisten Unternehmen (31 Prozent) investieren dann zwischen 10.001,- und 100.000,- Euro, auch die höheren Budgetklassen im sechs- und siebenstelligen Bereich können 2008 fast ausnahmslos zulegen. Auch für Suchmaschinen-Optimierung steigen die Budgets 2008 tendenziell leicht an.
Zwar bewertet etwa die Hälfte der Befragten die Klickpreise tendenziell als zu teuer - sowohl in der aktiven Suche als auch im Content-Bereich, dennoch prognostizieren knapp 70 Prozent weiter steigende Klickpreise. Lediglich 11 Prozent gehen von sinkenden Preisen aus.
Einen hohen Stellenwert hat für die Befragten auch die unmittelbare Erfolgskontrolle der Aktivitäten im Suchmaschinen-Marketing. Mehr als 80 Prozent der Befragten setzen nach eigener Auskunft Tracking- und Reporting-Tools ein, um die Effizienz ihrer Anzeigen zu kontrollieren. Auch hinsichtlich der Optimierungsmaßnahmen wird der Erfolg im Regelfall per Tracking (64 Prozent) oder Reporting (75 Prozent) überprüft. 39 Prozent kontrollieren auch Wechselwirkungen zu anderen Online-Bereichen. Uneinheitlicher sind die Aussagen zur Grundlage für die Erfolgsbewertung. Etwa ein Drittel der Befragten bewerten den Erfolg ihrer SEM Kampagne aufgrund von CPX (29 Prozent), für jeden fünften SEM-Anwender (21 Prozent) ist die Conversion Rate die relevante Zielgröße. Bei der Suchmaschinen-Optimierung hingegen ist die Platzierung die Dominante für den Erfolg (38 Prozent).
Auch für das Thema Klickbetrug ist man inzwischen ganz offensichtlich sensibilisiert. So gibt knapp ein Drittel der Befragten (30 Prozent) an, bisher keine Erfahrung mit Klickpreisbetrug gemacht zu haben, gleichwohl aber besorgt zu sein. Der größte Teil der Befragten (39 Prozent) ist der Meinung, dass Klickbetrug ein geringes Problem darstellt oder keine große Rolle spielt. Lediglich 18 Prozent vertreten die Auffassung, dass er ein großes Problem darstellt. 13 Prozent beziehen ihn gar in die Kalkulation ein.
Zwar werden SEM-Kampagnen und Suchmaschinen-Optimierung etwa zur Hälfte im eigenen Unternehmen bearbeitet, der Rest aber überlässt diese Aufgabe Agenturen. Jede dritte Suchwort-Kampagne wird von spezialisierten SEM-Agenturen betreut, etwas mehr als ein Viertel der suchmaschinenrelevanten Optimierungsmaßnahmen wird von SEO-Agenturen übernommen.
Weitere Schwerpunkte der Studie berücksichtigen die Abrechnungsmethoden zwischen Auftraggebern und Dienstleistern sowie die Relevanz der einzelnen Suchmaschinenkanäle und Content-Netzwerke. Die Vollversion der Ergebnisse steht BVDW-Mitgliedern kostenlos zur Verfügung, die umfangreiche Zusammenfassung der wichtigsten Resultate steht - ebenfalls kostenlos - zum Download im Bereich Marktzahlen auf der BVDW-Webseite bereit.
Die nicht-repräsentative Studie wurde per Online-Befragung im Juli und August 2007 durchgeführt. Aufgerufen waren werbetreibende Unternehmen, die vom BVDW, den Mitgliedsunternehmen des Arbeitskreises und den Veranstaltern des Online-Marketing Forums (OMF) über die Durchführung der Studie informiert wurden.
Die 384 Befragten stammen aus unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen, weisen jedoch eine überdurchschnittliche Online-Affinität aus. Dennoch lassen sich interessante Fakten für den deutschen Markt ableiten. Rund 40 Prozent der Befragten sehen ihren Unternehmensschwerpunkt im Bereich B2B, gut ein Drittel im Bereich B2C und rund ein Viertel deckt beide Bereiche ab. In den angebotenen Unternehmensleistungen spiegelt sich dabei die große Bedeutung des E-Commerce wider. Für mehr als die Hälfte aller Befragten steht der Verkauf von Produkten (27,1 Prozent) oder Dienstleistungen (24,7 Prozent) im Vordergrund, 17,2 Prozent der Befragten geht es bei den Online-Aktivitäten vor allem um die Präsentation des eigenen Unternehmens. (kd)